Kompressionsstrümpfe waschen: so halten sie länger
Kompressionsstrümpfe richtig waschen und pflegen: Temperatur, Waschmittel, Trocknen — und die Fehler, die das Gestrick unnötig altern lassen.

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Kompressionsstrümpfe sind technische Textilien. Ihre Wirkung steckt nicht im Stoff, sondern in der Spannung der elastischen Fasern — und genau die reagiert empfindlich auf Hitze, Fett und Chemie.
Die gute Nachricht: Die Pflege ist unkompliziert. Es sind wenige Regeln, aber sie machen einen messbaren Unterschied in der Lebensdauer.
Auf einen Blick
- Täglich waschen. Hautfett und Schweiß greifen die Fasern an, wenn sie einwirken.
- Feinwaschmittel, kein Weichspüler. Weichspüler legt sich um die Fasern und nimmt ihnen die Rückstellkraft.
- Höchstens 40 Grad, Schonwaschgang oder Handwäsche.
- Nicht wringen, nicht in den Trockner, nicht auf die Heizung.
- Zwei Paare im Wechsel verlängern die Lebensdauer beider deutlich.
Warum täglich
Über einen Tag nimmt ein Strumpf Hautfett, Schweiß, Hautschuppen und Cremereste auf. Fette und Öle sind das eigentliche Problem: Sie lagern sich an die elastischen Fasern an und setzen deren Rückstellkraft herab. Je länger sie einwirken, desto mehr.
Deshalb ist die einfachste und wirksamste Pflegeregel auch die unbequemste: nach jedem Tragetag waschen. Wer zwei Paare besitzt und im Wechsel trägt, hat das Problem praktisch gelöst — eins am Bein, eins in der Wäsche.
Das ist im Übrigen auch der Grund, warum Versorgungen üblicherweise als Paar gedacht sind und nicht als Einzelstück.
Die Waschanleitung
Waschmittel. Ein mildes Feinwaschmittel. Kein Weichspüler — er legt sich als Film um die Fasern und nimmt ihnen genau die Eigenschaft, für die Du den Strumpf trägst. Ebenfalls nicht: Bleiche, Fleckenentferner mit Chlor, Vollwaschmittel mit optischen Aufhellern.
Temperatur. Höchstens 40 Grad im Schonwaschgang. Heißer bedeutet nicht sauberer, sondern nur schneller ermüdetes Material. Schau in die Pflegeanleitung Deines Herstellers — manche Modelle vertragen 60 Grad, viele nicht.
Waschnetz. Ein Wäschenetz hält Reißverschlüsse und Verschlusshaken vom Gestrick fern. Kostet wenig, erspart Laufmaschen.
Schleudern. Niedrige Drehzahl oder ganz weglassen. Hohe Schleuderdrehzahlen belasten das Gestrick unnötig.
Handwäsche. Genauso gut. Lauwarmes Wasser, etwas Feinwaschmittel, den Strumpf sanft durchdrücken statt reiben, gründlich ausspülen.
Trocknen
Das ist der Schritt, an dem die meisten Strümpfe sterben.
Wasser ausdrücken, nicht wringen. Roll den Strumpf in ein trockenes Handtuch ein und drück das Wasser heraus. Wringen verdreht die Fasern und überdehnt sie punktuell.
Flach liegend trocknen, am besten auf einem Handtuch. Nicht über die Heizung, nicht in die pralle Sonne, nicht in den Wäschetrockner. Direkte Hitze ist der schnellste Weg, die Elastizität zu ruinieren — und man sieht es dem Strumpf nicht an.
Auch nicht: bügeln, chemisch reinigen, über einen Heizkörper hängen.
Ein liegend getrockneter Strumpf braucht je nach Material und Raumluft einige Stunden bis über Nacht. Das ist der zweite Grund für ein zweites Paar.
Die häufigsten Pflegefehler
Weichspüler. Der mit Abstand häufigste. Er fühlt sich richtig an und ist genau falsch.
Zu heiß waschen. Aus dem Reflex „heiß ist hygienischer". Bei 40 Grad mit Feinwaschmittel wird der Strumpf sauber.
In den Trockner. Spart einen Abend und kostet Monate Lebensdauer.
Auf die Heizung legen. Dasselbe Prinzip, langsamer.
Fettige Cremes vor dem Anziehen. Sie wandern ins Gestrick. Wenn Du die Beine eincremst, dann abends nach dem Ausziehen — nicht morgens davor.
Zu selten waschen. Aus Sorge, der Strumpf könne durch Waschen leiden. Das Gegenteil trifft zu: Sachgemäßes Waschen erhält das Material, Nichtwaschen greift es an.
Woran Du erkennst, dass ein Strumpf ausgedient hat
Kompressionsgestricke verlieren mit der Zeit an Spannung. Das ist normal, es passiert auch bei perfekter Pflege, und es ist der Grund, warum Versorgungen üblicherweise auf etwa ein halbes Jahr ausgelegt sind.
Anzeichen, dass ein Paar sein Ende erreicht:
- Der Strumpf lässt sich deutlich leichter anziehen als früher. Das häufigste und verlässlichste Zeichen.
- Er rutscht im Lauf des Tages, obwohl Du ihn korrekt abgerollt hast.
- Das Gestrick wirkt an Ferse oder Ballen dünn oder glänzend.
- Er fühlt sich schlicht nicht mehr so an wie am Anfang.
Ein Strumpf, der sich mühelos anziehen lässt, ist bequemer. Er tut nur weniger von dem, wofür Du ihn trägst.
Wenn Deine Versorgung älter als ein halbes Jahr ist oder Du eines dieser Zeichen bemerkst, lohnt der Blick darauf, ob ein neues Paar ansteht. Bei Fragen zur Versorgung selbst ist Deine Ärztin, Dein Arzt oder das Sanitätshaus die richtige Adresse.
Häufige Fragen
Kann ich Kompressionsstrümpfe mit der normalen Wäsche waschen? Besser nicht. Vollwaschmittel, hohe Temperaturen und Reißverschlüsse anderer Kleidungsstücke sind drei Risiken auf einmal. Wenn es sich nicht vermeiden lässt: Waschnetz, 40 Grad, Feinwaschmittel.
Wie oft sollte ich waschen? Nach jedem Tragetag.
Was tun bei einer Laufmasche? Kleine Maschen lassen sich nicht sinnvoll reparieren. Bei größeren Schäden ist die Kompression an dieser Stelle nicht mehr gleichmäßig — dann ist der Strumpf ein Fall fürs Ersetzen.
Trocknet ein Strumpf schneller, wenn ich ihn aufhänge? Etwas, aber das Eigengewicht des nassen Gestricks zieht es in die Länge. Liegend trocknen ist schonender.
Warum brauche ich zwei Paare? Weil ein Paar täglich gewaschen und liegend getrocknet werden muss. Mit zweien trägst Du immer ein frisches, und beide halten länger, weil sich das Material zwischendurch erholt.
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